Category Archives: Lebensglück

Augustgebloggt: Eine Liebeserklärung an die Türkei

Geografisch:
In der Türkei. So richtig.
In Istanbuler Moscheen.
Mit einem Tee am Bosporus.
Nachts am schwarzen Meer.
In Izmir, wo syrische Flüchtlinge sich in Boote nach Griechenland wagen.
In einer türkischen Gastfamilie.
Im Flug über Athen nach Berlin.

Literarisch:
Nichts, dafür Türkisch gelernt.

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Kulinarisch:
Viel Dürüm.
Viel Linsensuppe.
Türkisches (bestes) Frühstück.
Viel Kaffee und noch viel mehr Tee.
Raki direkt am Meer.
Endlich wieder gefüllte Muscheln, direkt am Wasser in Izmir.
Endlich wieder Manti! Mal schauen, ob man die in Berlin auch bekommt.
Frühstücksentdeckung: Kaymak, eine Art Rahm, den man mit Honig isst <3

Gehört:
Wenn ich das wüsste. Last.fm hat eine neue Webseite, und auf der kann man nicht mehr die am meisten gehören Bands für bestimmte Zeiträume abrufen – nur noch insgesamt oder die letzten Wochen/Monate etc. Leider hilft das nicht, wenn ich Mitte September wissen möchte, was ich im August gehört habe. Sad Face.

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Journalistisch:
Ai Wei Wer? Über Ai Weiwei und warum er in China notwendigerweise anders wahrgenommen wird als im Westen.
Über die Explosion in Tianjin und wie die sozialen Medien Chinas direkt danach aussahen.
Ein chinesischer Hauptstadtsommer: Nostalgie in Bildern mit Sonne, blauem Himmel und Regen.
Endlich mal über Chinas “Restfrauen” und warum vielleicht eigentlich die Männer das Problem sind.

Gelernt:
Ganz viel türkische Grammatik.
Zu den vielen Vorwürfen von Einwanderungsgegnern immer, die sagen, “die ganzen Türken”(tm) würden kein Deutsch lernen: Ich habe in Izmir unheimlich viel Deutsch gehört. Von Leuten, die Jahrzehnte in Deutschland gelebt hatten und uns deswegen zu einem Kaffee einluden, aber auch bei Familien, die untereinander wechselnd Deutsch und Türkisch sprachen. Irgendwie beeindruckend – auch, weil ich das Gefühl habe, dass es eine einseitige Entwicklung ist, und die wenigsten Deutschen viel von der Tatsache mitnehmen, dass es eine große türkischstämmige Minderheit in diesem Land gibt.
Man muss gar nicht schnorcheln gehen, um an der türkischen Küste wunderschöne Fische zu sehen, eine Taucherbrille reicht.
Es gibt im Türkischen eine Zeitform, die für Märchen oder für Klatsch und Tratsch verwendet wird.
Zum zweiten Mal: Türkischer Tee rockt einfach.
Türkischen Kaffee gibt es auch mit Milch (“sütlü”), aber viele Türken finden das komisch.
Mein vierjähriger Gastbruder hat festgestellt: Ich werde nie wütend. (Aha?)
Spannende Dinge über das Leben als Numerisch-Doktorandin. Vielleicht studiere ich einfach das Falsche.
Bei einem Flug um sechs Uhr morgens kann es vorkommen, dass alle (!) Passagiere zwei Stunden vor Abflug gerne einchecken würden, die Airlineangestellten aber lieber noch schlafen.
In Tegel werden ganz zufällig die Frauen mit Kopftuch kontrolliert.
Aegean Airlines kann man machen. War stark beeindruckt von dem tatsächlich gut schmeckendem Flugzeugessen.
Ayran kann ich in sehr großen Mengen trinken, ohne, dass er langweilig wird.
Izmir ist einfach eine der entspanntesten Städte, die ich kenne.
Anscheinend ist es in Izmir ein Ding, ein Sommerhaus außerhalb der Stadt direkt am Meer zu haben, in dem man dann die Wochenenden verbringt. (OH: “Vielleicht sind wir Leute am Mittelmeer deswegen alle so entspannt.”)

Neue Pläne:
Einen Monat lang ausruhen, self care und etwas Journalismus in Berlin.
Zur MRMCD nach Darmstadt fahren.
In einem Kloster in Süddeutschland Dinge über Gender lernen.
Ein Wochenende in Gdansk verbringen und dort eine meiner Lieblingsbands live sehen.

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Juligebloggt: Alles endet, aber nie die Musik

Geografisch:
In verwunschen-verwachsenen Bergen im buddhistischen Kloster.
Im tibetisch-religiösen Einkaufszentrum.
Im Park in Kunming, um Gedichte und Prosa vorzutragen.
Auf dem Nachtmarkt mit frischem Mangosaft.
Auf dem Boden am Flughafen, auf meinen Flug nach Beijing wartend.
Beijing für 12 Stunden, um mich noch einmal von der Stadt zu verabschieden und ein letztes Tsingtao zu trinken.
Kiew, weil Flüge mit Ukraine International Airlines unerklärlicherweise die billigsten waren.
Berlin, weil Burger. Und Bier. Und Liebe. Und Menschen.
Da, wo ich herkomme und wo es besorgte Bürger gibt.
Im Auto in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Serbien, Mazedonien, Griechenland und dann endlich Istanbul.
In der sozialistisch-charmanten Jugendherberge in Brno (Tschechien) und einem Hotel in Thessaloniki – one-night stands mit Städten.

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Literarisch:
“Between the world and Me” von Ta-Nehisi Coates. Der Mann kann unheimlich gut Gefühle beschreiben.
“The Great Bazaar & Brayan’s Gold” – Peter V. Brett. Zwei schöne Geschichten, um die Wartezeit auf den letzten Band zu überbrücken.

Filmisch:
Nichts, soweit ich mich richtig erinnere.

Stattdessen – seriell:
Hannibal mitten in der Nacht im Zug zwischen Urumqi und Xining.
Anfang der 2. True Detective-Staffel, packte mich leider bei weitem nicht so sehr wie der erste.
Neue Suits-Folgen beim Taschenpacken in Kunming, Beijing und Berlin.
Eine neue Folge Masters of Sex, denn die Serie rockt einfach. Bin gespannt, wie die neue Staffel wird, bisher habe ich noch keine klare Meinung zu Staffel 3.

Kulinarisch:
Zum (vorerst) letzten Mal Barbecue in den Straßen einer chinesischen Stadt.
Mangosaft, aber richtig – nichts Künstliches, kein Zucker, nur Frucht und Wasser. Für mehr chinesische Nachtmärkte!
Eine Woche lang scharf-saure Wontons zum Mittag.
Beste, beste handgemachte Nudeln in Xining.
Tibetischen Reis mit Rind: Eine riesige Schüssel voller Fleisch und Kohlenhydrate.
Pizza mit Extrakäse. In China.
Endlich wieder Burger und Süßkartoffelfritten.
Bagels zum Frühstück.
Endlich wieder selbstgekochte Dinge.
Nach langer Zeit wieder von Eltern gemachtes Grillfleisch.
Beste griechisches Frühstück (Bougatsa) mit Zucker und Zimt in Thessaloniki.

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Gehört:
Aus irgendeinem Grund viel Blink 182. Unsicher, was der Auslöser war, im Nachhinein leicht irritiert.
AnnenMayKantereit in Endlosschleife dank des neuen KIZ-Songs.
Two Door Cinema – Changing of the Seasons.
True Detective Soundtrack – weil die erste Staffel durch die Musik noch einmal doppelt so gut wurde. Besonders geliebt habe ich “Lungs

Journalistisch:
Fünf Texte zu Internet in China: Eine Einführung in den digitalen Alltag. Ein Text über die dortige Startupszene. Ein Versuch, asiatische Messenger zu erklären. Ein Blick auf Zensur, Selbstzensur und Umgehungsmethoden. Und über die guten Freunden, die viele amerikanischen Unternehmen gerne für die chinesische Regierung wären.

Gelernt:
Flüge von Beijing nach Kiew umfliegen die Ostukraine relativ weiträumig. Deswegen brauchen sie auch überraschend lange.
China kann zwar mit Menschenmassen umgehen, aber zumindest das Terminal 2 des internationalen Flughafens scheint eher auf Durchschnittswerte ausgerichtet zu sein. Leider war die Anzahl der Menschen etwas drüber, als ich versuchte, von dort nach Kiew zu kommen.
Manchmal fliegen einfach einen Tag lang wegen heftigen Regens keine Flugzeuge nach Beijing – auch, wenn Leute in Beijing sagen, dass es dort gar nicht regnet.
Chinesische Airlines halten es für legitim, Fluggäste am Flughafen auf dem Boden schlafen und 12 Stunden warten zu lassen und ihnen zur Entschädigung 30€ zu geben.
In Xining gibt es ein fünfstöckiges Kaufhaus mit Buddhismus-Supplies.
Ich kann in Kunming unheimlich gut arbeiten.
Kreatives Schreiben macht mir doch immer noch Spaß.

Neue Pläne:
Ausruhen und in einem richtigen Bett schlafen.

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Junigebloggt

Geografisch:
Beijing – jetzt ein altes Zuhause.
Tianjin – um Studenten Debattieren beizubringen.
Zum letzten Mal mit den alten Kommunisten schwimmen.
Zum Abschied auf einer Dachbar, beim Shaokao, in den Hutongs.
In der Sonne in Beijing.
Auf Märkten und Nachtmärkten und in alten Städten in Xinjiang.
Im Hostel mit den knuffigsten Katzen der Welt.
Auf dem Hosteldach unter’m Wüstenhimmel.
In einem alten Haus, das Ai Weiwei wieder zusammensetzte.
In Zügen, Bussen und Fluzeugen.
In endlosen Weinrebentunneln.

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Literarisch:
“There was and there was not” – Meline Toumani über den Genozid an den Armeniern, die Frage, wie sehr die Vergangenheit die Gegenwart der armenischen Diaspora bestimmt und wie es sich in Istanbul lebte.

Filmisch:
Game of Thrones, Season 6 Finale – ohne Worte. Insgesamt eher unzufrieden mit der Staffel als Ganzes, wirkte relativ hektisch.
True Detective, Season 1 – schon lange keine Serie mehr gesehen, die mich so fesselte.

Kulinarisch:
Sangria und Fleischbällchen in den Hutongs.
Yunnan-Cuisine mit den besten Menschen, die ich in Beijing kennenlernte.
Sichuan-Cuisine im Gewitter unter Regenschirmen.
Xinjiang-Style Naan (<3).
Saurer Jogurt mit Eis und Honig.
Mit einem Old Fashioned in den Straßen von Beijing.

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Gehört:
Casper. Immer und immer wieder. Vielleicht war ich bisher einfach nie melancholisch genug für ihn.
Samsas Traum, weil es kaum romantischer geht.
Peter Fox – infiziert durch die “History of German Rap”
The Glitch Mob – keine Musik, zu der ich im Sommer lieber tanzen würde.

Journalistisch:
Teehaustexte.
Fernostwärts über das Tiananmen-Massaker am 4. Juni 1989 und die Geschichte und aktuelle politische Situation Myanmars.

Gelernt:
Ich werde Beijing und die Menschen dort vermissen. Sehr. Merkt man ja oft erst, wenn es so weit ist.
Viel darüber, wie hart das Leben für Transmenschen wirklich ist. Wunderte mich, ob wir doch noch im Mittelalter leben.
Wenn man Magenprobleme hat, kann es gut sein, dass Taiwanesen einem die am Rücken wegmassieren wollen. Ich habe das für euch ausprobiert und es hilft nicht.
Wenn man irgendwo in China aufpassen muss, was man isst, dann in Xinjiang. Auch das probierte ich aus.
In den abwegigsten Grenzregionen trifft man die spannendsten Menschen.
Das chinesische Militär kann in Xinjiang einfach Städte absperren, wenn ihnen danach ist.
Hostels mit verschmusten Katzen gewinnen ganz eindeutig.
Langstreckenbusse müssen in China zwischen 2 und 5 Uhr morgen stehen bleiben, auch, wenn sie gerade mitten in der Wüste sind.
Die Provinz Xinjiang läuft wirklich auf zwei Zeiten – der offiziellen und der tatsächlichen, die zwei Stunden hinterher ist. Sehr verwirrend.
Die alten Männer, die bei Wind und Wetter in Beijing schwimmen gehen, wollen nicht mit mir um die Wette schwimmen.

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Neue Pläne:
Gesund werden.
Dinge über China und Internet schreiben.
Mangos essen.
Endlich wieder Käse, Brot und Kaffee in Berlin.

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Maigebloggt: Ein Sonnenmonat

Geografisch:
Im Finale des Beijing Debate Challenge.
Berlin.
In der Übersetzerkabine der re:publica.
Mit einem Gin Basil Smash und guter Gesellschaft in einer sehr guten Bar.
Als Jurorin bei den Chinesischen Debattiermeisterschaften.
In einer Bar, die Cocktails mit Baijiu mixt.
Mit tollen Menschen auf dem Sofa beim Game of Thrones-Schauen.

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Literarisch:
Demon Cycle 4 – The Skull Throne.
People’s Republic of Amnesia (Louisa Lim).

Filmisch:
Chicago.
Ex Machina.

Kulinarisch:
Von besten Menschen gekochtes Thai Food.
rp15-Catering, um sich von Übersetzungsmarathons zu erholen.
Burger, Burger, Burger!
Kaffee und Toast, um während der Hausarbeitsphase möglichst wenig Gehirnschmalz auf Essen zu verschwenden.
Für ein paar Tage aus Deutschland importierten Käse <3
Instagramfähig angerichtetes Frühstück.

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Gehört:
Woodkid.
Mit ASP auf den Ohren durch Berlin.
Fall Out Boy, für den Schlaf auf Interkontinentalflügen.
The Browning für den Schla… ehm, das Wachbleiben.
Oomph und Samsas Traum, nachdem ich versuchte, einem US-Amerikaner Neue Deutsche Härte zu erklären.
The Glitch Mob. Immer wieder.

Journalistisch:
Oh Gott, nicht noch ein re:publica-Rückblick!

Gelernt:
Vielleicht ändern sich manche Menschen echt nicht.
Nach Deutschland zurückkehren fühlt sich anders an als noch vor einem Jahr. Ich gewöhne mich daran, dass es ein Ausnahmezustand ist.
Immer wieder auf’s Neue: Es gibt noch so viele neue tolle Menschen, die nur darauf warten, kennengelernt zu werden.
Intensive, einwöchige Hausarbeitsphasen tun meiner Ernährung gar nicht gut, ich verfalle irgendwann auf “coffee only”.
Was Oktopusse mit Vegetarismus zu tun haben.
Das Xiaomi Mi 4 ist ein ziemlich cooles Telefon, aber die Nutzung von Twitter und anderen in China gesperrten Seiten ist nicht ganz so einfach, sie blocken wohl von System aus VPNs.
In Myanmar gab es GONGOs – government organized non-governmental organizations. Und ja, die hießen auch so.
In Deutschland zu sein ist merkwürdig, weil der Großteil meiner Twitter-TL mittlerweile auf Beijinger Zeit twittert.
Die re:publica hat immer noch Marzipancroissants. Ich unterstütze das.
Auch von kochunerfahrenen Studenten aus Thailand gemachtes Thai Food schmeckt ziemlich geil.

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Neue Pläne:
In Tianjin Debattieren unterrichten und dafür selber ein Curriculum entwickeln.
Auf der Großen Mauer den Sonnenaufgang sehen.
Endlich Chinas Westen besuchen.
Zurück nach Europa fliegen und dort für’s Erste wieder sesshaft werden.
Wieder Türkisch lernen – in der Türkei.
Berlin. Berlin. Berlin.
Endlich wieder Schweden.

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Märzgebloggt: Heimkehr

Geografisch:
Beijing (nach sechs Wochen wieder zuhause).
Shenyang, im Vorbeifahren aus dem Taxi.
Dandong.
Fast Nordkorea – nur aus 200 Metern Entfernung gesehen!
Changsha – auf einem Campus am Ende der Welt, am Bahnhof, am Flughafen. Aber Changsha!

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Literarisch:
Ein bisschen Dune.
Sehr viel Unikram.
“Behind the Red Door – Sex in China” – guter, grundlegender Überblick, aber etwas zu allgemein gefasst, wenn man sich für das Thema schon ansatzweise interessiert.

Filmisch:
Den Anfang von Monty Pythons “Ritter der Kokosnuss”
House of Cards S03 – nett nebenher, aber nicht mehr besonders packend.

Kulinarisch:
Burger und Bier mit den besten Menschen.
Koreanisches Essen, das von koreanischsprachigen Chinesen serviert wurde. Verwirrend.
Nach mehr als einem halben Jahr in Beijing: endlich Pekingente.
Grüner-Tee-Kuchen <3.
(Kein indisches Essen mehr…)
Falls Bier als Essen zählt – Bier.

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Gehört:
Woodkid feat. Lykke Li – wunderschön.
Disturbed – eine dieser Bands, deren Musik immer passt und immer gute Laune macht.
Enter Shikari – bin mit dem neuen Album “The Mindsweep” nicht ganz warm geworden, aber zumindest war es ein guter Anlass, die alten Lieder wieder auszupacken.
The Glitch Mob – bei den “Love Death Immortality Remixes” sind ein paar nette Sachen dabei, aber ich mochte die Originale insgesamt lieber.
Powerwolf – Zusammen mit Kaffee bestes Gegenmittel bei Kater und fehlender Motivation an einem Freitagmorgen, kurz vor dem Wochenende.
OSI – viel zu lange nicht mehr gehört.

Journalistisch:
Leider nur in Print: “Donning the Yellow Hat” in der Märzausgabe von The World of Chinese
Im Teehaus: Von Bettgeflüster als Sexualkundeersatz, Kondomkauf in China v. Indien und anderen Dingen, die einem im Alltag eben so begegnen.
Bei Fernostwärts: Eine Audio-Version des ersten Teils unserer Reise nach Tibet.

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Gelernt:
Amazons Kulanz hat ziemlich klar Grenzen und gibt manchmal erst nach vielen Stunden Telefonaten und Drohungen mit Anwalt nach.
Wie schmerzhaft Debatten von Anfängern über Geschlechtergerechtigkeit wirklich sein können (s. “Frauen können keine Langstreckenfahrer werden, sie würden sterben, weil Menstruation.”)
Acht große Bier auf leeren Magen machen sich auch bemerkbar, wenn man sie zu fünft teilt.
Es gibt eine autonome koreanische Provinz in China, die voller ethnischer Koreaner ist.
Es gibt eine Brücke von China nach Nordkorea und sie steht da nicht nur zur Zierde.
Ich habe immer noch das Zeug, zwei Wochen Grippe zu haben – auch ohne die Motivation, dann nicht in die Schule zu müssen.
Zu Husserl kann man relativ gut einschlafen.
Chinesische Innenarchitekten denken nicht immer *hust* mit.
Wenn man in einer Bar um etwas mit Koffein bittet, kann es gut sein, dass man einen genialen Cocktail serviert bekommt.

Neue Pläne:
Die republica15 besuchen und unterstützen.
Menschen in Berlin sehen.
In Oxford studieren.
In Europa debattieren.

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Januargebloggt: Reise in den Westen

Geografisch:
Beijing.
Malaysia.
Auf dem tibetischen Hochplateau.
In einer ganz wunderbaren Beijinger Bar.
In Xining und um Xining herum (Qinghai).
Auf 4500 Metern über Normalnull.
In Yushu, umgeben von schneebedeckten Bergen.
In einer überquellenden Handelsstadt.
In Chinas Provinz mit dem schärfsten Essen.

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Literarisch:
“Dataclysm” von Chris Rudder (nicht besonders gut).

Filmisch:
Doctor Who Christmas Special <3
Fast and Furious 6 (im Bus, unfreiwillig).

Kulinarisch:
Yakbuttermilchtee.
Tibetische Reis-Fleisch-Suppe.
Muslimische Nudeln (so much nom).
Sichuan Style Jiaozi-Suppe.
Tibetische Nudeln mit Yak- und Rindfleisch.
Yakfleisch direkt mit dem Messer aus der Schüssel.
Die besten Jiaozi Beijings (angeblich).

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Musikalisch:
Woodkid.
Enter Shikari (Konzertnostalgie).
The Glitch Mob als Soundtrack für Masterbewerbungen.
Mizuki´s Last Chance für beste ChipTunes.
Cro, weil ich einen Ohrwurm hatte.
Rotten Christ, weil ich an Weihnachten in Deutschland denken musste.

Journalistisch:
Über das, was Chinesen im Internet suchen und finden.
Fernostwärts 009 zum Leben in Beijing.
Fernostwärts 010 zu chinesischer Identität, Leben in China als Ausländer allgemein und kognitiver Dissonanz.
Reisegetumblrt mit vielen Bildern (ein Text für jeden Tag unterwegs).

Gelernt:
Wie sich Höhenkrankheit anfuehlt (spoiler: nicht gut).
Ich sollte dringend mehr in den tibetischen Regionen im Westen reisen.
Es gibt noch vollkommen unberührte Klöster mit so etwas wie perfekter Stille in China.
Wie man sich auf Tibetisch bedankt (¨Garenqie¨) und begrüsst (¨Dschachidele¨).
Es gibt noch so viel in China zu bereisen und zu sehen, dass ich gut nochmal ein ganzes Jahr hier verbringen könnte.
Auf ein Neues: Wie anders als Beijing und Shanghai China sein kann.
Dass man durch die tibetischen Regionen reisen muss, um eine Woche lang keine anderen Ausländer zu sehen.
Das Yakbuttertee salzig, aber nicht schlecht schmeckt.

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Neue Pläne:
Mehr in Tibet reisen, vielleicht im Sommer.
Meinen ersten englischen Artikel gedruckt in der Hand halten.

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August – Reisezeit

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Geografisch:N_mlich.
Berlin (altes Zuhause).
Hamburger Flughafen.
Dubai (bei Nacht).
Taipei (<3).
Seoul.
Im Tempel.
Beijing (neues Zuhause).

Literarisch:
“Transparent Society” von David Brin in Ausschnitten.

Filmisch:
“Good Will Hunting”
“Soshite Chichi ni Naru” (sehr gut.)
“Cross” (sehr strange)

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Kulinarisch
Abschiedsburger.
Fruchtshakes in Taiwan (Mango, Avocado, Apfel-Banana <3).
Taiwanesische Frühstücksburger.
Bestes Bibimbap und Korean Barbecue in Korea.
Tempelessen.
Gebratenen Reis mit geschmolzenem Käse.
Koreanische Frühstückstoasts.
Endlich wieder Baozi, endlich wieder Xiaolongbao.
Mapodoufu.
Endlich wieder Jianbing.
(I could go on.)

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Musikalisch:
Liveguitarrenmusik auf dem Dach über Taipei.
Stromae (Obsession: “Tous les mêmes”).
Ed Sheeran (Neues Album ist ok, aber nur “Don’t” gefällt wirklich.)
Samsas Traum (Antwort auf “Wie überlebt man 20 Stunden Flug?”)
:wumpscut: (eventuell Neuentdeckung des Monats)
Soundtrack von “Only Lovers Left Alive” (für das Apocalypse-Feeling in Taipei).
Rise Against (Black Market ist nett, aber richtig gepackt hat es mich nicht).
Sookee (rauf und runter).

Journalistisch:
Nichts. Urlaubszeit.

Gelernt:
Wie es ist, bei Emirates Business Class zu fliegen.
Avocado-Milchshakes sind möglicherweise die Zukunft.
Ich habe mich, wirklich und ganz ernsthaft, in Taiwan verliebt.
Der schönste Ort in tropischen Nächten ist ein Dach mitten in der Stadt, von dem aus man Sterne sehen kann.
Ein bisschen Sunmudo und ein bisschen Haedong Kumdo (neue Kampfsportarten o/).
Wo es in Beijing belgisches Bier gibt.
Im August ist Regenzeit in Korea.
Korea hat es gemeistert, Essen von anderen Ländern zu kopieren und dann einfach besser zu machen.
Dinge über die Probleme der ländlichen Regionen Taiwans.
Die 7/11s in Taiwan sind die besten. Punkt.

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Neue Pläne:
In Beijing ankommen, einleben, ein Zuhause finden.
Wieder mehr Chinesisch lernen.
All die Dinge essen, die ich beim letzten Mal nicht aß, weil ich Vegetarierin war.
Einmal länger in Taipei leben.
Über China schreiben. Und podcasten.

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Die Zeit für Hedonismus ist vorbei

Es ist sogar so, dass das Ende Ihrer Reise, das Ziel Ihres Weges, Ihnen entgegenstürzen wird. Es wird Sie finden.

ASP, „Willkommen zurück“

Nachdem ich vor 24 Stunden noch grillend im Görli saß, hat mich nach mehreren Flaschen Bier, verbranntem Grillkäse, vielen Umarmungen, Abschieden, Nasen- und normalen Küssen auch das Ende meiner Zeit in Berlin gefunden. Auf dem Weg zum Hauptbahnhof hatte ich noch einmal das Vergnügen, den menschlichen Überresten der Partys der letzten Nacht im Nahverkehr Gesellschaft zu leisten.

Da ich mich der Gefühlsseite dieser Sommermonate schon ausführlich gewidmet habe, folgt nun die wohl obligatorische Hymne an die Stadt selber, die Kulisse für all diese Eskapaden und Entdeckungen war.

Ich kann ahnen, was den Reiz Berlins ausmacht – es hat quasi alles. Je nachdem, wer man ist oder wer man sein möchte, kann man sich seine Nische suchen und dort einrichten. Auch London, Paris oder Shanghai sind unendlich vielfältig, aber in allen diesen Städten fehlt die unendliche und offenbare Toleranz Berlins, dieser linken Hauptstadt, in der Ströbele als Direktkandidat in den Bundestag gewählt wird und Friedrichshain-Kreuzberg den Piraten 2008 über zehn Prozent seiner Stimmen gab. Vielleicht ist der Reiz Berlins auch etwas ganz Anderes. Aber wenn man den Zauber eines Ortes so einfach ausmachen könnte, wäre er wahrscheinlich keiner. Und es gibt ja auch nicht nur das eine Berlin:

Da ist das Journalistenberlin, das permanent mit dem Politikerberlin anbandelt. Beide leben in ganz ähnlichen Universen, es ist ein konstantes „Summen unter der Käseglocke“ von Agenturmeldungen, Pressekonferenzen, Telefonaten mit persönlichen Kontakten, Entscheidungen, was morgen auf die erste Seite kommt, immer bedenkend, was die anderen machen werden, Deadlines, Interviewpartnern, die nicht zurückrufen, viel, viel Kaffee und ab und zu auch Eis.

Da ist das Fahrradberlin, das auf engen, holprigen Radwegen inmitten einer Kakaphonie aus Klingeln, Hupen und gegenseitiger Beschimpfungen von Füßgängern, Auto- und Radfahrern stattfindet. Wer stehenbleibt, muss dieses Berlin gut anschließen, sonst ist er demnächst Teil des dreckigen Bruders BVG-Berlin, was jeder Bewohner Fahrradberlins tunlichst vermeiden wird. Es ist auch das Berlin, in dem ich wieder lernte, freihändig oder wahlweise mit einer Hand lose am Lenker zu fahren, während ich mit meinem Handy navigiere und irgendwie entweder lebensmüden Fußgängern (Radweg) oder wütenden Autofahrern (Straße) ausweiche. Fruchtfliegen und Solimärsche und so.

Da ist das an fortgeschrittener Gentrifizierung leidende Hipsterberlin, das zum Beispiel am Boxhagener Platz lebt, wo der Weltladen ausziehen muss, weil die Miete verdoppelt wird, wo es aber auch ganz wunderbaren Kuchen und unheimlich gutes Essen gibt. Allen voran Burger, die in diesem Berlin in unendlich kreativen, sehr wohlschmeckenden vegetarischen Varianten vorkommen.

Da ist das Berlin der Go-Spieler, in dem die meisten nur Teilzeit leben und sich an verschiedenen Abenden an allen möglichen Punkten des geografischen Berlins zusammenfinden, um mehrere Stunden weiße und schwarze Steine auf ein Brett zu legen und diese zu diskutieren, ein Berlin, in dem mehrere Stunden über das Setzen eines bestimmten Steins oder, je nach Umfeld, über Go-Server und die ihnen zugrunde liegenden Prorgammiersprachen geredet werden kann.

Da ist das Expat-Berlin, dessen Persönlichkeit zu einem ganz wesentlichen Teil aus Couchsurfern und partybedürftigen Erasmus-Studenten besteht. Man trifft sich zum Ultimate Frisbee spielen oder zum Sprachaustausch und es bilden sich Freundeskreise, in denen selten zwei Leute die gleiche Nationalität haben und mit denen man nach der Party beim Italiener bei der französischen Freundin übernachtet, um mit der türkischen und kolumbianischen Freundin brunchen geht. Und es ist das Berlin, das nicht nur Teil der Stadt ist, sondern sie aktiv erkundet und dabei auch Deutschland entdeckt.

Und natürlich ist da das nerdige Berlin, dieses Internet, aus dem ganz viele Leute in Berlin eingefallen sind und sich ihren eigenen gefühlten Stadtteil aufgebaut haben. In diesem Berlin, das Ausläufer in ganz Deutschland hat (sei es auf der Fusion, sei aus auf der Sigint in Köln), war ich die meiste Zeit unterwegs. Es ist das Berlin der IRC-Channels und des Dramas, der cbase und der netzpolitischen Abende mit viel, viel Bier, der Nerdereien über Programmiersprachen und Betriebssysteme, der Poly-Leute und OKC- und FL-Profile, der einzigartigen, ein bisschen verrückten Menschen, die sich hier alle zusammengefunden haben und ohne das Internet vermutlich nie zueinander gefunden hätten.

Zu guter Letzt gibt es auch noch mein Berlin, das ein bisschen von allem war, je nach Lage in unterschiedlichen Portionierungen. Das Berlin all der Menschen, die ich liebgewonnen habe. Das Berlin, das ich zweieinhalb Monate lang in vollen Zügen genossen habe.

Ganz am Anfang wurde mir gesagt „Du bist in Berlin, es ist Zeit für Hedonismus“, woraufhin ich mir ein zweites Stück Kuchen bestellte. Nun ist die Zeit für Hedonismus (zumindest in Berlin) leider erst einmal vorbei.

Danke, Berlin. Es war mir ein innerer Kindergeburtstag – wenn auch nicht immer jugendfrei.

In meinem Kopf ist noch Juli

Ich mache Tee, schaue im Feedreader nach den Blogs, die ich seit Tagen vernachlässigt habe, und sehe das Datum neben einem Post – 4. August 2013. Ich bin ehrlich überrascht.

In meinem Kopf ist noch Juli.

Der zweite Monat, den ich komplett bei der taz verbrachte, jeden Tag morgens hin, jeden Tag am späten Nachmittag oder Abend zurück. Von morgens bis abends im Großraumbüro, manchmal interessant, manchmal langweilig, immer irgendwie ermüdend. Am Mittwoch, dem letzten Tag bei der taz, war ich nachmittags mit einem Mal raus aus dem strukturierten Alltag. Strukturiert bedeutete allerdings auch vor allem, dass ich jeden Morgen aus dem Bett fiel und zur Arbeit fuhr – welcher Wochentag war, verlor ich meist dienstags schon aus den Augen. Erst donnerstags rief es mir die übergroße “ZEIT” im Zeitungsschlitz wieder in Erinnerung – bald ist Wochenende. Ich wusste aber immer, welche Themen gerade auf dem Tisch lagen für die nächste Ausgabe. Juli war ein Monat voller Medien und Nachrichten, Gedanken über Aktualität und Geschichten, die vielleicht Nachrichten sind, aber oft nicht, ein Monat der Recherche und des Schreibens.

Juli war auch der Monat der vielen Ereignisse, so viele, dass er mir wie eine Periode meines Lebens, fast wie mein ganzer Sommer, vorkommt, aber nicht wie ein einzelner Monat. Ich habe mich verliebt, gleich mehrfach, in Menschen, in Orte, in Nähe, in Musik und natürlich in Berlin. Im Juli habe ich so viele Dinge über mich und Beziehungen gelernt wie im ganzen letzten Jahr, ich hatte so viele schöne, intime Momente mit Menschen, bis ich physisch und psychisch nicht mehr konnte, ich habe stundenlang in Parks gelegen und geküsst. Ich hatte auch Tage, an denen ich mich scheiße und traurig fühlte, an denen ich mich einfach mit Tee und einem guten Film irgendwo einschließen und allein sein wollte. Juli war der Monat, in dem ich viel gelernt habe – ich war auf der Sigint, auf der Leute kluge und interessante Dinge über Technik und Internet sagten, ich redete mit Menschen, die über Journalismus und Mathematik reden, ich telefonierte nach Finnland, Großbritannien und in die USA, um Leute zu Themen auszuquetschen, über die ich gerne mehr wissen wollte, und ich traf Chinesen, Franzosen, Briten, Schweden, Japaner und Amerikaner, mit denen ich in ihrer Muttersprache reden konnte. Und die ganze Zeit stand beim Datum an der Stelle für den Monat eine Sieben.

Regentage, Sommerwetter, Hitzewelle, wieder Regen, wieder Hitze – das Wetter ging irgendwie an mir vorbei, es war irrelevant. Ich habe nicht schneller gelebt als sonst. Wenn mir etwas zu viel wurde, habe ich immer die Bremse betätigt. Aber ich habe dichter gelebt – mehr Gefühle, mehr Menschen, mehr Eindrücke, mehr Informationen als sonst in vier Wochen, 31 Tagen, auf mich einprasseln. So eine Zeit kann doch nicht einfach vorbei sein.

Ich rutschte, erschöpft und eingekuschelt, vom Juli in den August, achtete auf einmal nicht mehr auf das Datum, aß Eis und Burger, spielte Go, liebte, erfüllte mir, was wohl tatsächlich eine Art Traum war (ich schrieb für die “ZEIT”), schaute Filme, trank Bier und wunderbare Drinks – und merke mit einem Mal, dass schon der 4. August ist.

Aber in meinem Kopf ist noch Juli. Dieser Kopf sagt mir, dass noch immer der Monat der Liebe und der vielen Gefühle, der neuen Menschen und der Bier-Abende im Park ist. Und ich merke, dass dieser Juli ein ganz eigenes Gefühl ist, das ich so schnell nicht loswerde.

Und jetzt ist der Tee kalt.